Früher
Unsere Region gilt als relativ arm an Gewässern, weil der durchlässige Kalk viel Wasser schluckt. Trotzdem machen wir uns kaum eine Vorstellung davon, wie viele ganz oder zeitweise Wasser führende Bächlein und Gräben einst unsere Landschaft durchzogen.
Gräben
Ein Netz von periodisch fliessenden Gräben durchzog früher die Landschaft. In Riehen zum Beispiel existierten neben der weit verzweigten Aue der Wiese zahlreiche Bächlein und Gräben, die im Schotter der Wiesen-Ebene versickerten. Sie sind teilweise bis heute erhalten geblieben.
Die bekannte Abbildung von Liestal (Merian 1642) zeigt das Netz von Bächen und aufgestauten Teichen, welches vom Menschen mit ausgebaut und ergänzt wurde, um Brunnen, Gewerbe und Landwirtschaft (Wässermatten rechts der Ergolz) mit Wasser zu versorgen.
Vernässungen
Die Landschaft des Leimentals war früher durchsetzt von zahlreichen lokalen Vernässungen und kleinsten Feuchtgebieten. Allerorten trat Wasser aus kleinen Quellen aus den Boden und versickerte oft nach wenigen Metern wieder im Untergrund. Im lehmigen Boden bildeten sich so kleinflächige Sümpfe und Tümpel. In Hanglage entstanden kleine Bäche, die sich ihren Weg ins Tal suchten und sich mit der Zeit zu grossen Erosionsgräben entwickelten. Die Vielfalt an Kleingewässern im benachbarten Elsass gibt uns noch heute eine Vorstellung, wie es einmal im Leimental ausgesehen hat.
Wiesen-Quellbach mit Unterwasser-Rasen (County West-Meath, Irland)
Teiche und Wässermatten
Schon früh machte sich der Mensch die Kleingewässer zunutze. In Liestal zum Bespiel wurde das Netz von Bächen und aufgestauten Bächen ergänzt und ausgebaut, um Brunnen, das Gewerbe und die Landwirtschaft mit Wasser zu versorgen. So wurden im 17. Jahrhundert entlang der Ergolz Wässermatten zur Düngung der benachbarten Heuwiesen betrieben.
Bachsaum bei Rümlingen, hier mit der Roten Lichtnelke
Moore
Noch um 1900 gab es in Muttenz ein grösseres MoorWaldbäche und Quellen
Auch der Wald war reich an Kleingewässern. Quellen, die Austritte des Grundwassers an die Erdoberfläche, waren wichtige Lebensräume für viele spezialisierte Wasserorganismen. Kleintiere wie Wasserinsekten, Schnecken und Plattwürmer kamen zum Teil ausschliesslich in diesem inselförmig verbreiteten Lebensraum vor.
Waldbäche
Dorfbäche
Viele Bäche wurden früher offen durch das Siedlungsgebiet geführt. Wer weiss noch, dass sich unter der Baumallee und den Parkplätzen an der Hauptstrasse in Muttenz ein Dorfbach verbirgt? So schrieb der Dorfpfarrer Johann Jakob Obrecht nach Anfangs des letzten Jahrhunderts: «Mitten durch das Dorf von der Gempengasse her floss der Bach in niederem, natürlichem Bett, das bei Hochwasser, namentlich im Unterdorf, oft überflutet wurde. Da die Brücken spärlich waren, wurde an zahlreichen Stellen mit den Wagen direkt durch das Wasser gefahren, wenn es wie gewöhnlich nicht hoch war, während dem Fussgängerverkehr zahlreiche hölzerne Stege dienten. Die Jauche von den Ställen und Misthaufen wurde nicht wie jetzt gesammelt und aufs Feld geführt, sondern in den Bach laufen gelassen. Mit dieser Mischung wurde der Bach regelmässig zum Wässern des in der Niederung gelegenen Wiesengeländes genützt».
Dorfbach Muttenz

Das Nunningerbächli in Bretzwil ist das 20. Projekt innerhalb der Aktion Gummistiefelland-BL
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In Zunzgen wurde das Hardbächli auf einer Länge von 80 m ausgedolt und ein neuer Weiher erstellt.
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